Nutzung des NRW-Atlas für OpenStreetMap in JOSM

Wer schon einmal OpenStreetMap-Karten bearbeitet hat, kennt das Problem: Das angebotene Satellitenbildmaterial (meist von bing) ist an vielen Stellen nicht immer wirklich toll. Manchmal ist die Auflösung zu unscharf, das Foto wurde im Sommer gemacht, die Blätter an den Bäumen verdecken die Sicht, die Bilder liegen 3-4m neben der eigentlichen Position…

Glücklicherweise hat die Bezirksregierung Köln letztes Jahr Ihren NRW-Atlas mit WMS Diensten freigegeben. Wer gerne mit JOSM arbeitet, kann diese Dienste jetzt als einzelne Ebenen mit ziemlich präzisen Vermessungsdaten einbinden. Was das bringt und wie man das macht, wird hier kurz beschrieben.

Zunächst einmal zur Seite des NRW Atlas:

Hier sind eine handvoll Dienste aufgelistet, von denen aber nur einige für mich erstmal interessant waren:

  • DTK10: Digitale Topographische Karte, hieraus ziehe ich mir farbliche Flächen (“Kombination Farbe”), wo Wohngebiete, Ackerflächen oder Wälder enden und wo Wasser fliesst.  Lässt sich optisch alles ziemlich gut einordnen.
  • DLM50: Digitales Landschaftsmodell, von hier hole ich mir die Ebene “Beschriftung”. Ist manchmal ganz nett, wenn man beispielsweise sieht, welche Ackerflächen welchem Landwirt  gehören oder wie ein Waldgebiet heisst.
  • ALK Vektor (Automatisierte Liegenschaftskarte):  Jetzt wird es spannend! Hier finden sich die Ebenen, die man so oft schmerzlich vermisst: Gebäudeumrisse, Flürstücke, Nutzungsartengrenzen und Symbole. Also alle präzisen Grenzlinien, die mir bing nicht gibt und wo mein GPS aufgrund von Empfangsschwächen oder Ungenauigkeiten “versagt”.
  • Digitale Orthophotos:  Satellitenbilder á la bing, vermutlich aber positionstechnisch etwas genauer (?!), zumindest oft in einer anderen Jahreszeit aufgenommen, so dass man mal einen anderen Blick auf die Gegend hat.

Weitere Ebenen sind z.B. Verwaltungsgrenzen oder Freizeitinformationen, damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt.

So, schön! Und jetzt?

Ab nach JOSM damit!   Man kopiert sich zunächst den gewünschten Link des NRW Atlas in die Zwischenablage, also sowas wie http://www.wms.nrw.de/….

In JOSM klicke ich oben in der Menüleiste auf “Hintergrund” => “Hintergrundeinstellungen”.

josm_hintergrund

Es öffnet sich ein neues Fenster, dort ist links unten in der Leiste ein grün unterlegtes Feld “WMS/TMS“.

josm_wms_logo

Rechts daneben ist unterhalb der Landkarte ist ein Button “+WMS”, hierüber kann man neue Dienste/Ebenen einbinden.

josm_wmsplus

Anschliessend füge ich oben meinen Link aus der Zwischenablage ein und klicke auf “Ebenen abrufen”, worauf mir die verfügbaren Ebenen angezeigt werden.

josm_wms_ebenenHier habe ich noch einen kleinen “Trick” angewandt, indem ich zwei Ebenen einfach zusammen kombiniere. Habe ich beispielsweise ein Waldgebiet (Nutzungsartengrenze), wird mir im Idealfall gleichzeitig noch dargestellt, ob es sich um Nadelwald, Laubwald oder Mischwald handelt (Symbol). Oder ob es sich bei einer Fläche um eine Ackerfläche oder Weide handelt.

Bitte jetzt einfach OK klicken und schon ist die neue Ebene am Start.

Damit ich was sehe, muss ich die Ebene natürlich erst einmal aktiv schalten, das mache ich wieder über das bekannte “Hintergrund” Feld. Dort sollte unsere neue Ebene jetzt auftauchen, ich habe hier mal ein paar mehr..

josm_hintergrund_ebenen

Hier mal ein paar Screenshots, welche Möglichkeiten man jetzt so zum mappen hat und wie man vorher nur ohne auskommen konnte…  :-)

josm_farbeKombination Farbe (Wald, Wiesen, Bauernhof, Wohngebiet, Wasser)

josm_gebaeudeGebäudeumrisse (öffentliches Gebäude, Wohnhaus, Garage, Schule)

josm_nutzungsartenNutzungsartengrenzen (Landflächen, Wege, Bachufer, Laubwald)

Natürlich sollte man NICHT einfach blind “abmalen”, sondern sich schon vor Ort etwas kundig gemacht haben. Ich nutze die Dienste hauptsächlich, um vorhandene Daten, die ich eh eingebe und ändere, einfach etwas präziser zu machen.

Viel Spass beim mappen!

 

 

 

 

 

One Reply to “Nutzung des NRW-Atlas für OpenStreetMap in JOSM”

  1. Die amtlichen Orthophotos sind bezüglich der Georeferenzierung besser als Bing & Co. und ebenbürtig mit Aerowest. Sie haben (entsprechende Auflösung vorausgesetzt) “Katastergenauigkeit”. Im Zweifelsfall bei Widersprüchen in der Lage also dem Amt Glauben schenken.

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